Die in den Jahren 1616 bis 1618 erbaute Bergkirche von Klaus in der Pyhrn-Region oberhalb des
damit verbundenen Herrschaftssitzes ist ein Solitär der regionalen Kulturgeschichte. 1621 beginnt
die seither urkundlich konstante Protokollierung als (in den ersten Jahrzehnten protestantisches)
Gotteshaus mit einer bewegten Geschichte in Verbindung auch mit der Bevölkerung und deren
sozialen Verhältnissen.
1962 gab es in der Kirche aus Anlass ihrer gründlichen Restaurierung ein erstes Konzert. Es war die
Initialzündung für eine großartige Initiative: der Einrichtung des „Musik-Sommer-Klaus“, gestartet
von dem Klauser Organisten und Chorleiter Franz Limberger und dem damaligen Korrepetitor am
Landestheater in Linz Wilfried Koch. Dieser ab 1962 permanent organisierte „Musiksommer“ war
Vorreiter und Knoten in einem kulturellen Netzwerk sommerlicher Festivals, das sich in den
folgenden Jahren und Jahrzehnten imponierend verdichtete und das ganze Bundesland überspannt.
Der „Musiksommer“ in seiner inzwischen veränderten Struktur verzeichnet von 1962 bis 2005 700
Musik-Veranstaltungen im Wesentlichen in der Kirche und im Schloss mit Ausstrahlung weit über
die Region hinaus mit in Summe zehntausenden Besuchern, er entwickelte sich zum kulturellen
Mittelpunkt des Bezirks Kirchdorf.
1621, 1961: Diese beiden Zeit-Eckpunkte waren für Organisator Franz Limberger Anlass, auch zur
persönlichen Bilanzierung von 43 Jahren ehrenamtlicher Kulturarbeit in Klaus gemeinsam mit einem
Team kompetenter Mitautoren eine zeitbezogene Jubiläumsschrift zu gestalten. Unter dem
assoziativ-poetischen Titel „Die Perle im Wald“ fügten Theologen, Journalisten, Mitorganisatoren
ein Bild großer Detailvielfalt zu den Aspekten Religions-, Kultur-, Sozial- und Festivalgeschichte, das
in seiner Mischung von Analyse, Report, Darstellung signifikanter Persönlichkeiten, auch
unterhaltsamer Marginalien und poetischer Betrachtung in auch optisch opulenter Form,
buchqualitativ auf Hochglanz, beispielhaft ist.
Die zentrale Achse ist eine penible Chronik der Kirchen- und mit ihr verbundener Ortsgeschichte,
vernetzt mit der Geschichte des „Musik-Sommer-Klaus“, die auch die Mühe der Strukturierung,
Finanzierung, Organisation, Erfolge und Enttäuschungen einer solchen Idee samt Durchführung
beleuchtet.
Dieses Gesamtbild ist jedoch eingepasst in einen erweiterten Rahmen der Darstellung der gesamten
Kulturentwicklung des Landes seit den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem die „Perle
im Wald“ als strategisch positionierter Zentralpunkt steht.
Dies ist eine stark erweiterte Ergänzung der Materialien zur „Heimatgeschichte“ im besten Sinn des
Wortes.


Bild- und Textband „Die Perle im Wald“.ISBN 13 Hrsg. Franz Limberger. Metatron-Verlag,
Christopher Dickbauer, Neuhofen a.d. Krems, 180 Seiten, Preis: 24,50 Euro. Erhältlich im
Buchhandel und ausgewählten Tabak-Trafiken im Bezirk Kirchdorf an der Krems sowie im
Gemeindeamt Klaus an der Pyhrnbahn, Tel. 07585 255